Province Lab

Hildesheim ist deutscher Kandidat für die Kulturhauptstadt Europas 2025. Im Dezember 2019 hat es Hildesheim auf die Shortlist geschafft. Dieses Projekt ist Teil des Bewerbungsprozesses. Ein Vorprojekt zum "Network of Boring Cities".


Inhaltliche Angaben zur Projektkonzeption


Die großen Schlagworte regieren die derzeitigen öffentlichen (politischen) Diskussionen. Digitalisierung, Mobilität, Nachhaltigkeit und Populismus sind Themen, die öffentlich gleich einem Mantra immer wieder genannt werden. Aber sind das wirklich die Themen, die die Provinz bewegen? Sind vielleicht eher die Themen Kommunikation, Dritte Orte und Ermöglichungskultur virulent für das Leben abseits der großen Städte? Ist die Provinz divers oder bestimmen uniforme Muster Denkweisen und Handlungen?


Letztendlich – was kann, was darf, was will die Provinz? Und was meinen wir eigentlich, wenn wir von Provinz sprechen? Und ist es hier wirklich so langweilig, wie alle meinen?
In unserem Labor geht es darum, welche Erfahrungen verschiedene Akteure mit (künstlerischer) Arbeit und Leben in der Peripherie gemacht haben. Wir wollen erforschen, wie die Provinz in den verschiedensten Winkeln der Welt aussieht und wie sie unsere Arbeit beeinflusst. Wir wollen ausloten, was es heißt, in verschiedenen Ländern provinziell zu sein. Wir tauschen uns darüber aus, was unsere Erfahrungen abseits der großen Städte an Chancen und Herausforderungen bietet.


Das Bild, das wir von der Provinz haben, ist oft negativ und mit Vorurteilen behaftet. Können wir es in ein aktuelles, frisches und außergewöhnliches verwandeln? Wie muss unsere Arbeit aussehen, um das leisten zu können?
Der Begriff „Provinz“ verdient unserer Überzeugung nach eine deutlich positivere Konnotation als bisher. Unsere tägliche Arbeit und Erfahrung mit und in der Provinz wollen wir als wertschätzendes Pfund in die Waagschale des Labors legen.
Konkret


Eingeladen sind 10 europäische Expert*innen aus verschiedensten Bereichen (z.B. Philosophie, Landwirtschaft, Agritourismus, Kreativwirtschaft, Kunst/Kultur). Das Expertenwissen der internationalen Gäste aus verschiedensten Arbeitsbereichen soll bei Austausch, Denkanstößen, Ideenfindung und möglichen Lösungsansätzen helfen.

Diese werden in der Region Hildesheim mit 10 vorher von uns ausgesuchten Partner*innen/Teams drei Tage lang gemeinsam an einer Problemstellung vor Ort arbeiten. Dabei fließen Erfahrungen und Ideen aus dem eigenen Umfeld / der europäischen Provinz ein.


Im besten Fall entstehen neue Inputs, Geistesblitze und Wege. Auf jeden Fall bringt das Projekt Völkerverständigung, einen Einblick in das Europa von heute, in Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Es entsteht ein erstes Netzwerk mit vielleicht Gegenbesuch, europäischem Austausch und Neugier aufeinander.
Zusätzlich präsentieren die eingeladenen Expert*innen ihre Region in einem Kurzvortrag (PechaKucha) und bringen so ein kleines Stück europäische Provinz nach Hildesheim.


Wir wollen uns nicht nur im geschlossenen Labor austauschen. Bei einer gemeinsamen Bustour, die wir auch für Interessierte öffnen, eruieren wir, was die Menschen in der Provinz denken, brauchen und was wir mit unserer Arbeit bereits dazu leisten.

Die Expert*innen werden an drei Tagen bei ihren Projektpartner*innen vor Ort sein.
Ein großes Überthema wird dabei die individuelle Mobilität sein. Wie schaffen wir es, 10 Personen, überwiegend ohne Deutschkenntnisse, durch den Landkreis zu ihren jeweiligen Arbeitsplätzen und zurück zu bringen?

Unsere Gäste

•    (Agri-)Tourismus - Anastasia Pashikhina, Wissenschaftlerin, Globetrotterin, Russland/Spanien
•    Leerstand und Dorfbelebung - Christine Sell, Vorstandsmitglied, Deveron Projects, Schottland
•    Künstlerische Intervention und Dorferfindung - Igor F. Petkovic, Künstler, Wissenschaftler, Philosoph, Österreich
•    Kunst, Kultur, Agrikultur - Froukje de Jong-Krap, Potatoes go wild, Leeuwarden, Niederlande
•    Öffentliche Plätze, Kunst und Künstler in Konfliktsituationen - Omar Rajeh, Künstler, Libanon/Frankreich
•    Kultur in ländlichen Räumen und Langeweile - Victoras Bachmetjevas, Philosoph und Kulturberater, Kaunas, Litauen
•    Kultur in ländlichen Räumen, Frauenrechte - Jaana Viilo, Kulturmanagerin, Tampere, Finnland
•    Jugendarbeit - Špela Težak, Ptuj, Slowenien
 

Der Wochenplan

Dienstag, 10. März, 19 Uhr – Pecha-Kucha-Vol. IV „European Hinterland-Stories“ - unsere 10 europäischen Gäste berichten anlässlich unseres Projekts „Province Lab“ über ihre Sicht auf die Provinz, auf die Chancen und Herausforderungen abseits der Metropolen - öffentliche Veranstaltung, Ratskeller Hildesheim, Eintritt frei

Mittwoch, 11. März, 11 – 17 Uhr – Busrundfahrt durch die Region innerhalb des „Province Labs“ – wir zeigen, was wir meinen, wenn wir von Provinz sprechen – Es sind 20 Plätze frei, Mitfahrt 25 Euro pro Person inklusive Mittagessen und Kaffee/Kuchen, Platzvergabe nach Eingang der Anmeldung


Mittwoch, 11. März,19 Uhr – Runder Tisch Kultur im Roemer-Pelizaeus-Museum, zu Gast sind unsere 10 Expert*innen, die sich am Abend vorher schon erstmals vorgestellt haben, offener Abend für Interessierte

Donnerstag, 12. März bis Samstag, 14. März – tagsüber sind die Gäste mit ihren lokalen Partnern zusammen

Samstag, 14. März, 17-20 Uhr – Ergebnisse aus dem Projekt „Province Lab“, VERANSTALTUNG FÄLLT AUS!


Wir danken unserem Sponsor, der EVI Energieversorgung Hildesheim für die großzügige Unterstützung. Ohne Sie wäre die Durchführung des Projekts nicht möglich.



 

Netzwerk Kultur & Heimat  Hildesheimer Land e.V. - Bischof-Janssen-Str. 31 - 31134 Hildesheim - Tel: 0 51 21/ 309 60 14